Die Hochseeinsel Helgoland

Kultur, einzigartige Natur und Badespaß machen einen Urlaub auf der Insel zu einem Erlebnis. Rund 70 Kilometer vom Festland entfernt liegt die einzige Hochseeinsel Deutschlands. Rund 1400 Menschen leben auf der ca. 1 km³ kleinen Insel. Das hört sich recht beschaulich an, allerdings wird es in den Sommermonaten recht voll auf Helgoland. Denn täglich lockt Helgoland bis zu 10 000 Besucher an, die das milde Klima ebenso schätzen wie die Sehenswürdigkeiten der Insel. Aber die Insel ist nicht nur im Sommer einen Besuch wert. Auch ein Spaziergang am Strand im Herbst hat seine Reize, und wer keinen Schnee mag, dürfte Helgoland im Winter zu schätzen wissen. Denn der fällt hier wegen der milden Temperaturen eher selten.

Die Insel ist aufgeteilt in Unter-, Mittel- und Oberland. Der Weg ins Oberland führt über 184 Stufen bzw. einen Fahrstuhl. Der Klippenweg ist 2,8 km lang und bietet eine traumhafte Aussicht. Der Weg führt an der „Langen Anna“ vorbei, der wohl berühmtesten Sehenswürdigkeit Helgolands. Im Juni bietet sich auf dem roten Felsen ein niedliches Naturereignis: der Lummensprung. Die nur wenige Wochen alten Küken der Trottellummen verlassen die Nester und springen vom roten Felsen rund 40 m in die Tiefe. Fliegen können sie noch nicht, also landen sie entweder im Watt oder in der Nordsee. Dort werden sie von den Elterntieren mit Futter versorgt. Das Felswatt und die große Felslandschaft unter See beherbergen übrigens die reichste marine Tier- und Pflanzenwelt der deutschen Küste.

Zusätzlich zur einigartigen Natur hat Helgoland natürlich auch einiges an Kultur zu bieten. Die bunten, pastellfarbenen Hummerbuden am Hafen schaffen mit den aufgehängten Netzen und Hummerkörben eine interessante Atmosphäre. Hier befinden sich zahlreiche Läden mit Antiquitäten und Kunsthandwerk aus dem maritimen Bereich, gemütliche Restaurants und Bistros. Ebenso können die Besucher hier Kunst- und Fotogalerien entdecken. Auch kann man hier einiges über die Geschichte und den Alltag Helgolands erfahren.

Auf der kleinen Nachbarinsel, der „Düne“, befindet sich ein kleines Badeparadies. Zu erreichen ist sie mit einer Fähre. Sonnenanbeter und Wasserratten können hier herrlich entspannen, einen Spaziergang machen oder das Meer genießen. Ein besonderer Blickfang sind die Kegelrobben, die hier leben und keine Angst vor den Touristen haben. Zu nahe kommen kann man ihnen allerdings nicht. Auch das große Schwimmbad „Mare frisicum spa“ auf der Insel bietet mit seinen zahlreichen Becken, Spielbereichen und Saunen viel Abwechslung und perfekten Badespaß.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Helgoland

Die Hochseeinsel ist immer einen Besuch wert. Wir haben hier ein paar der schönsten Sehenswürdigkeiten zusammengefasst.

Das wohl bekannteste Wahrzeichen Helgolands ist die Lange Anna. Geschaffen von den Kräften der Natur ragt der rund 47 m hohe Brandungspfeiler aus dem Meer. Der 25 000 Tonnen schwere rote Buntsandstein ist natürlich nicht begehbar. Er kann vom benachbarten Klippenende des Oberlandes besichtigt werden. Auf dem Felsen brüten zahlreiche Vögel. Rund 50 m weiter östlich entstand Mitte der siebziger Jahre die Kurze Anna, die zwar nicht so bekannt, aber ebenfalls beeindruckend ist.

Die Hummerbuden sind das erste, was Urlauber entdecken, wenn sie auf die Insel kommen. Die bunten Holzhütten beherbergen unter anderem Gastronomie, Galerien und Souvenierläden, auch der Museumsverein hat hier seinen Platz. Trauungen finden hier übrigens auch gelegentlich statt.

Der Leuchtturm steht im Oberland der Insel. Für die Schifffahrt ist er besonders wichtig. Denn er hat das stärkste Leuchtfeuer aller deutschen Leuchttürme. Bei guter Sicht kann er aus bis zu 28 Seemeilen Entfernung gesehen werden. Das sind etwas mehr als Kilometer.

Der Lummenfelsen ist das kleinste Naturschutzgebiet Schleswig – Holsteins. Er liegt am westlichen Felsrand der Insel und dient zahlreichen Vögeln als Brutstätte. Nirgendwo in Deutschland brüten mehr Vögel als hier. Im Sommer, zum Ende der Brutzeit, können Besucher hier ein faszinierendes Schauspiel beobachten, wenn die jungen Trottellummen von den Felsvorsprüngen ins Meer springen.

Etwas ganz besonderes findet man nicht auf der Insel, sondern eigentlich daneben: die Düne. Die Nebeninsel Helgolands bietet unendlichen weißen Strand, viel Ruhe, Natur und eine sowohl interessante als auch süße Gesellschaft: Kegelrobben. Die Tiere sind an die Urlauber gewöhnt und lassen sich nicht stören. Zu nahe kommen kann man ihnen natürlich nicht.

Auf dem Friedhof der Namenlosen liegen all jene, die auf dem Meer den Tod gefunden haben und an der Küste Helgolands angespült wurden.

Das Aquarium der Biologischen Anstalt Helgoland zeigt, wie es unter dem Meeresspiegel aussieht. Unzählige unterschiedliche Meeresbewohner sind hier in den 19 großen Becken zu bestaunen. Im Arenabecken leben auch Haie, Rochen und die sehr selten gewordenen Nordseestöre.

Da man allein diese Sehenswürdigkeiten nicht an einem Tag schafft, sollte man direkt ein paar Tage auf Helgoland bleiben. Denn es gibt noch viel mehr zu sehen.

Tagesausflug nach Helgoland

„Einmal nach Helgoland und zurück, bitte!“, so ungefähr der Beginn unserer kleinen Reise auf die schöne Insel in der Nordsee. Die Tickets erwarben wir bereits einige Wochen zuvor, in der Touristinformation der Stadt Brake. Im Ticketpreis von 39,90 € pro Person war der Bustransfer ab Brake „Kaje“ bis nach Bremerhaven und zurück bereits inklusive. Somit konnten wir uns erfreulicherweise das Parkticket in der Seestadt ersparen.

Am vergangenen Samstag war es dann endlich soweit. Wir standen zeitig auf, um pünktlich morgens zur Busabfahrt um 08:00 Uhr an der Kaje bereitzustehen. Kaum eingestiegen war auch schon Abfahrt. Bevor es aber in Richtung Bremerhaven ging, sammelten wir zunächst noch weitere Fahrgäste beim famila Parkplatz in Brake ein. Gegen etwa 08:40 Uhr; Ankunft in Bremerhaven an der Seebäderkaje.

Die etwa dreistündige Überfahrt nach Helgoland mit der MS „Fair Lady“ der Reederei Cassen Eils, startete gegen 09:30 Uhr und führte unter anderem an dem weltweit größten zusammenhängenden Containerterminal vorbei, sowie am Leuchtturm „Roter Sand“. Wir hatten uns einen Platz auf dem oberen Deck gesichert, so konnten wir neben dem grandiosen sommerlichen Wetter an diesem Tag, auch den frischen Fahrtwind und die tolle Aussicht genießen. Für den kleinen Hunger zwischendurch, bestand die Möglichkeit auf das gastronomische Angebot an Bord zurückzugreifen.

Als sich auf einmal ein großer Teil der Fahrgäste in Richtung Reling bewegte und sich darüber lehnte, stand fest: es kann nicht mehr weit sein. Und tatsächlich: Helgoland war bereits in Sicht. Auch die Lange Anna, das Wahrzeichen der Insel, konnte man bereits von Weitem gut erkennen.

Die MS „Fair Lady“ legt, genauso wie die anderen Seebäderschiffe, nicht direkt am Hafen von Helgoland an. Stattdessen findet das traditionelle „Ausbooten“ statt. Dabei steigen die Passagiere des Fahrgastschiffes nach und nach in die sogenannten Helgoländer Börteboote. An der Nordseeküste gelten sie als einzigartiges Verkehrsmittel. Mit an Bord sind verständlicherweise erfahrene Kapitäne, die jeden trockenen Fußes auf die Insel bringen. Da die meisten möglichst schnell auf die Insel gelangen wollten, füllten sich die Gänge der MS „Fair Lady“ recht zügig. Nach kurzer Zeit inmitten der neugierigen und teils ungeduldigen Menschenmasse, ging das Ausbooten dann aber doch recht schnell vonstatten und wir konnten unsere Tour auf Helgoland beginnen.

Wir entschieden uns – nachdem wir durch die Gassen, bestehend aus Souvenirshops und Ferienwohnungen, geschlendert sind –  wie wohl die meisten Touristen auf Helgoland für den rund 2,8 km langen Rundweg im sogenannten Oberland. Wer die unzähligen Treppenstufen vermeiden möchte, hat die Möglichkeit mittels Fahrstuhl nach oben zu gelangen. Der Rundweg führt direkt an den rund 60 Meter hohen Klippen entlang, gewährt einen fantastischen Ausblick über die Nordsee sowie auf die roten Felswände, führt vorbei an der Langen Anna und auch am Lummenfelsen: Hier brüten jährlich bis zu 10.000 Paare von Hochseevögeln. Einigen von ihnen kommt man sogar recht nah, sodass man nach Belieben Fotos schießen kann.

Unterwegs kann man vom Klippenrand aus unter anderem die hiesige Jugendherberge samt dem Fußballfeld entdecken. Sie ist direkt an einem herrlichen Sandstrand gelegen. An dieser Stelle verließen wir den Rundweg und bahnten uns über eine lange Treppe den Weg nach unten ans Wasser. Dort angekommen wirken die steilen Felswände nochmals viel gewaltiger. Wir führten unsere Tour schließlich im Unterland fort und kamen dort unter anderem an der Nordseehalle, am Museum, dem Schwimmbad und der Freizeitanlage samt Minigolfplatz und Open-Air-Trampolinanlage vorbei.

Bevor wir uns zurück in Richtung Schiff aufmachten, wollten wir noch ein letztes Mal die Aussicht von oben genießen und wählten dazu den gleich um die nächste Kurve liegenden Aufgang. Wieder zurück im Oberland angekommen, hatten wir beste Sicht auf die kleine Nachbarinsel namens „Düne“.

Genauso wie im Unterland befinden sich auch oben zahlreiche Geschäfte, Unterkünfte für Gäste und gastronomische Einrichtungen. Wir besorgten uns noch kurz ein paar Postkarten, machten uns auf die Suche nach einem herrlich kühlen Eis und wählten dann die Treppe für den erneuten Weg nach unten.

Entlang der Promenade gingen wir schließlich zu dem Punkt, wo wir zu Beginn von den Helgoländer Börtebooten abgesetzt wurden, um wieder auf die MS „Fair Lady“ zu gelangen. Einige andere Passagiere waren schon vor Ort, mit den Überfahrten wurde bereits um 15:00 Uhr begonnen. Unser Fahrgastschiff legte dann um 16:00 Uhr ab und fuhr wieder zurück in Richtung Bremerhaven. Von dort aus gelangen wir mittels desselben Busses zurück, der uns auch hergebracht hatte.

Der Tagesausflug nach Helgoland lässt sich in jedem Fall empfehlen. Auch wenn man im Endeffekt bloß rund drei Stunden auf der Insel verbringt, reicht diese Zeit dennoch aus, um den Rundweg in gemütlichem Tempo zu passieren, durch die Gassen, samt Läden und Restaurants zu schlendern, sowie die frische Nordseeluft zu genießen.

Die MS „Fair Lady“ fährt von Mai bis September mehrfach von Bremerhaven aus nach Helgoland.

Fotos in diesem Artikel freundlicherweise von Dominique Gruis.